Fazit das Zusammenspiel der Masse-Systeme 

Ein zentrales Thema der ISO 13297 ist das Zusammenführen verschiedener Potenzialebenen an Bord. Auf einem Boot treffen drei Netze aufeinander: 

  1. AC-Schutzleiter (230 V PE) 
  1. DC-Minus (12 V / 24 V / 48 V Masse) 
  1. Masse / Wasserkontakt (Kiel, Welle, Propeller, Rumpf) 

Die zwei Herausforderungen nach ISO 13297: 

  1. Vermeidung von galvanischer Korrosion: 

Wird der PE des Landstromkabels direkt mit der Schiffsmasse verbunden, entsteht über das Wasser eine Batteriewirkung zu anderen Booten/Stegen. Metallteile (Propeller, Antriebe) lösen sich auf.  

  1. ISO 13297 Lösung: Einbau eines Galvanischen Isolators im PE-Leiter oder Verwendung eines Trenntransformators. Beim Trenntransformator wird der Land-PE am Trafogehäuse gestoppt, und an Bord entsteht ein völlig neues, galvanisch getrenntes TN-S-Netz.  
  1. Koppelung von AC-PE und DC-Minus: 

Die ISO 13297 schreibt vor, dass die AC-Erdung (PE) und das DC-Minussystem miteinander verbunden sein müssen. Der Grund: Sollte ein 230V-Kabel ein metallisches Bauteil der DC-Anlage berühren (z. B. den Rahmen des Elektroantriebs oder den Motorblock), muss der Fehlerstrom sicher über den PE abfließen und den FI/RCD auslösen, anstatt die DC-Masse unter 230 V Spannung zu setzen. 

Zusammenfassung  

  • PE (Protective Earth): Überlebenswichtig, schützt Menschen vor 230 V Netzfehlern, löst RCDs aus und muss strikt isoliert vom N-Leiter geführt werden (TN-S).  
  • FE (Functional Earth): Dient der Entstörung (EMV) von Elektronik, hat keine Schutzfunktion und schützt niemanden vor Stromschlägen.  
  • Erdung nach ISO 13297: Verbindet AC-PE und DC-Minus an einem zentralen Punkt, erfordert aber bei Landstrom zwingend Maßnahmen gegen Korrosion (Galvanischer Isolator oder Trenntrafo). 

Schreibe einen Kommentar