Die Vorgaben der ISO 13297 für Boote & Yachten 

An Bord von Schiffen und Booten gelten bezüglich des TN-S-Systems nach ISO 13297 klare Schutz- und Installationsregeln: 

A. Strikt getrennte Leiterführung (Drei-Leiter-System) 

  • Bei einphasigen Wechselstromsystemen (230 V) müssen Außenleiter (L), Neutralleiter (N) und Schutzleiter (PE) durchgehend getrennt verdrahtet sein. 
  • Keine N-PE-Brücken an Bord: Im normalen Netzbetrieb über den Landanschluss darf der Neutralleiter (N) auf dem Boot an keiner Stelle mit dem Schutzleiter (PE) oder der Schiffsmasse (Rumpf/Kiel) verbunden werden. 

B. Speisung über Landstrom (Shore Power) 

  • Der Schutzleiter (PE) der Landstromsteckdose wird an die Schiffsmasse bzw. die Haupterdung des Bootes angeschlossen. 
  • Problem & Lösung nach ISO 13297: Ein durchgehender Schutzleiter zum Landnetz kann galvanische Korrosion am Schiffsrumpf/Antrieb verursachen. ISO 13297 sieht daher entweder den Einsatz eines Galvanischen Isolators im PE-Leiter oder eines Trenntransformators vor: 
  • Bei Einsatz eines Trenntransformators erzeugt dieser an Bord ein neues, sekundärseitiges TN-S-Netz. Der sekundäre Neutralleiter wird am Transformator einmalig mit dem PE geerdet und danach im Bordsystem wieder strikt getrennt geführt.  

C. Speisung über Bordgenerator oder Inverter (Inselbetrieb) 

  • Wird der Wechselstrom an Bord selbst erzeugt (Generator oder Wechselrichter), übernimmt die Stromquelle die Netzform-Erzeugung. 
  • Der Neutralleiter (N) muss an der Stromquelle (Generator-Sternpunkt bzw. Inverter) mit der Haupterdung des Bootes (PE) verbunden werden, um ein ordnungsgemäßes TN-S-System herzustellen. Hinter dieser Quelle dürfen N und PE keinesfalls wieder zusammengeführt werden. 

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